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Der Tag, als das Hochwasser kam

Das Schicksal von Eßer & Hirschfeld hing im Sommer 2021 am seidenen Faden. Der Grund: Starkregen und Jahrhunderthochwasser.

In weiten Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz war Land unter: Keller vollgelaufen, Erdgeschosse teils ebenfalls überschwemmt.
Viele Menschen suchten verzweifelt Hilfe.
Und so klingelte bei Eßer & Hirschfeld das Telefon pausenlos ...

Das Paradoxe in der Notsituation:
 Das Rösrather Unternehmen, das darauf spezialisiert ist, Wasserschäden zu beseitigen, hätte im Grunde selbst Hilfe benötigt. Es stand ebenfalls unter Wasser!
Das Hochwasser hatte das komplette Firmengebäude knietief überflutet!
Besonders fatal: Alle Trocknungsgeräte waren unbrauchbar.

Statt in Selbstmitleid zu versacken, krempelte Chefin Sonja Weber mit ihrem Team die Ärmel hoch und bezwang die Notlage – mit Engagement und Einfallsreichtum.
Ja, mehr noch: Trotz der eigenen Not gab Eßer & Hirschfeld sein Bestes, um vorrangig anderen Geschädigten zu helfen.

So kam es, dass das Team durcharbeitete, ungeachtet aller Einschränkungen und Schwierigkeiten.
„Wir konnten die Menschen doch nicht alleinlassen", sagt Firmenchefin Sonja Weber.

 

Chronologie der Hochwasser-Katastrophe 2021 bei Eßer & Hirschfeld

Mittwoch, 14. Juli – 23.30 Uhr
Geschäftsführerin Sonja Weber kontrolliert die Lage am Firmengebäude: alles okay! Sie ist bereits um 20.30 Uhr aus ihrem Rösrather Privathaus evakuiert worden. Durch den Starkregen stehen Teile der Stadt Rösrath unter Wasser, da Sülz und Nebenbäche über die Ufer getreten sind.

Donnerstag, 15. Juli – 7.15 Uhr
Zahlreiche Straßen sind überflutet und gesperrt. Chefin Sonja Weber gelangt nur über Umwege zur Otto-Brenner-Straße. Auch diese steht unter Wasser. Das Firmengebäude liegt unerreichbar in einem See. Erste Hilferufe wegen Wasserschäden gehen auf dem Handy der Chefin ein. Lähmendes Entsetzen befällt die Unternehmerin, Mitgeschäftsführer Karl-Heinz Dorn und die Mitarbeiter, die zur Arbeit erschienen sind. Tenor: „Was machen wir jetzt?"

Donnerstag, 15. Juli – 8 Uhr
Die Telefonzentrale funktioniert noch, Anrufe werden aufs Handy umgeleitet, das ab sofort pausenlos klingelt. Sonja Weber fasst einen Entschluss: „Egal, was uns erwartet. Wir machen als Firma weiter!"
Erste Maßnahme: gemeinsamer Einkauf von Gummistiefeln.

Donnerstag, 15. Juli – 9 Uhr
Sonja Weber und Mitarbeiter dringen in Gummistiefeln ins Firmengebäude vor. Staubsauger, Kartons und Kleinkram schwimmen ihnen entgegen.
Erkenntnis: Das komplette Erdgeschoss steht kniehoch unter Wasser. Betroffen sind alle Bereiche – von Bürotrakt bis Lagerhalle. Werkzeuge, Maschinenpark, Vorräte, Materialien, einige Akten – alles nass. Sämtliche Trocknungsgeräte sind unbrauchbar.
Das Team räumt auf, sichert Geräte im Obergeschoss.
Im Flur legt Seniorchef Walter Hirschfeld Blatt an Blatt aus, um Akten zu trocknen.
Sonja Weber und Mitarbeiter notieren sämtliche Anrufer aus der Region mit Hochwasserschäden. Sie ordnen sie nach Orten und Straßen, um den Überblick zu behalten.
Überregionale Anfragen werden genauso abgelehnt, wie Aufträge wegen Brandschäden oder anderem. „Das konnten wir einfach kräftemäßig und mit unseren 25 Mitarbeitern nicht stemmen", bedauert Sonja Weber.

Freitag, 16. Juli – 7.30 Uhr
Da der eigene Gerätepark unbrauchbar ist, beschließt Chefin Sonja Weber: „Wir müssen Trocknungsgeräte kaufen!"
Doch ihr Stammlieferant in Mosbach, Baden-Württemberg, bedauert zunächst: Aufgrund von Unwetterschäden in den Wochen zuvor seien alle seine Trocknungsgeräte ausverkauft. Er ist vom Hochwasser allerdings geschockt und will gerne helfen. Seine Idee: Er könne seine rund 30 Trockner-Leihgeräte an Eßer & Hirschfeld zum Pauschalpreis verkaufen. Sonja Weber greift zu!

Mittwoch, 21. Juli
Eine Spedition liefert die aufgekauften, gebrauchten 30 Trocknungsgeräte. „Wir haben sie direkt an unsere Kunden weitergegeben", erzählt Sonja Weber. Blieben Geräte auch in den eigenen feuchten Firmenwänden? „Nein. Wir haben an uns erstmal nicht gedacht."
Die Spedition nimmt auf dem Rückweg die defekten, vom Hochwasser beschädigten Trocknungsgeräte von Eßer & Hirschfeld nach Baden-Württemberg zur Reparatur mit.

Samstag, 24. Juli
Im Eiltempo hat der Mosbacher Hersteller die 35 Trocknungsgeräte repariert. Ein leitender Angestellter bringt sie am Samstag höchstpersönlich per Lkw nach Rösrath. Eßer & Hirschfeld verwendet auch sie nicht im feuchten Firmengebäude, sondern gibt sie sogleich an Kunden weiter.

Donnerstag, 29. Juli
Angesichts der Not sind die rund 65 im Einsatz befindlichen Trocknungsgeräte ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie an noch mehr Geräte kommen? Der deutsche Markt ist praktisch leer. Firmenchefin Sonja Weber erinnert sich an einen englischen Hersteller, der vor Jahren seine deutsche Niederlassung auflöste. Sie wählt die englische Telefonnummer. „Ich dachte, da ruft vielleicht keiner an", erzählt sie. Mit ihrem Schulenglisch bestellt sie acht große, leistungsfähige Trocknungsgeräte. Obwohl diese an Lager sind, dauert es wegen des Brexits und des damit verbundenen enormen Papierkrams allerdings bis in den September, bis die Geräte in der Otto-Brenner-Straße ankommen!

Freitag, 30. Juli
Eßer & Hirschfeld hat inzwischen rund 120 Wasserschäden von der Geschädigten-Liste abgearbeitet. Das klingt viel, ist aber nur ein Bruchteil der Anfragen.

Mittwoch, 4. August
Sonja Weber möchte zusätzliche Seitenkanalverdichter zur Estrich-Trocknung kaufen. Doch der deutsche Hersteller bedauert: Ausverkauft! Er habe an Lager nur noch einige Geräte ohne Zubehör, also ohne Schläuche etc. „Die nehme ich!", griff die tatkräftige Unternehmerin sofort zu, da sie glaubte, das Zubehör sei kein Problem. Dann das böse Erwachen: „Es gab plötzlich keine Schläuche mehr am Markt!"

Donnerstag, 26. August
Der englische Hersteller kann die acht bestellten Trocknungsgeräte nach großem Papierkram endlich abschicken.

Freitag, 3. September
Eßer & Hirschfeld denkt nun auch mal an sich: Trocknungsgeräte kommen erstmals im Firmengebäude zum Einsatz. Der Estrich kann zum Glück erhalten bleiben.

Freitag, 29. Oktober
Über 300 Hochwasserschäden sind abgearbeitet.
100 weitere Geschädigte stehen noch auf der Liste. „Die Erfahrung lehrt, dass davon nur die wenigsten inzwischen Hilfe von anderen erhalten haben", sagt Sonja Weber.
Sie und ihr Team arbeiten immer noch zwischen Kartons, sie müssen sich in mancherlei Hinsicht behelfen. Das Erdgeschoss des Firmengebäudes ist weiterhin unbenutzbar. Es stehen nur mobile WC-Dusch-Container zur Verfügung.
Von den Trocknungsgeräten, die in den vergangenen Wochen in England nachgeordert wurden, sind immer noch nicht alle angekommen.

Montag, 13. Dezember
Fast ein Weihnachtsgeschenk: Im Erdgeschoss des Firmengebäudes können die Mitarbeiter ihre sanierten Büros wieder beziehen, bestückt jedoch noch mit provisorischen Möbeln.

Ein neues Jahr bricht an ...

Donnerstag, 10. März 2022
Die neuen Büromöbel für die Erdgeschoss-Büros sind da!

Dienstag, 29. März 2022
Adieu, ihr mobilen WC-Dusch-Container! Die sanierten Sanitärräume sind wieder benutzbar.

Ziel: Sommer 2022
Sonja Weber und das Team von Eßer & Hirschfeld hoffen, dass die Sanierung des Rösrather Firmengebäudes im Sommer 2022 abgeschlossen wird. Durch Lieferengpässe hat sich die Sanierung enorm verzögert.
Die kaufmännische Abwicklung des Hochwasserschadens wird aufgrund der Datenmengen und zahllosen Dokumentationsfotos jedoch noch weitaus länger dauern.
Dennoch geht die Arbeit trotz mancher Schwierigkeiten und Provisorien weiter, als sei (fast) nichts geschehen.

 

Die Firma steht unter Wasser


  • Auch innen sah es katastrophal aus


  • Die Feuchtigkeit kroch in den letzten Winkel


  • Wir versuchen es mit Humor zu nehmen


  • Wir arbeiten weiter


  • Wir holen alles raus


  • Jetzt geht es langsam an den Neuaufbau


  • Und wenn Sie wissen wollen, wie es geworden ist, dann besuchen Sie uns doch einfach mal

    Eßer & Hirschfeld zeigt Ihnen gern seine Blog-Seite.
    Denn Vertrauen fußt auf vielen Bausteinen.
    Ihr Feedback und Ihre Anregungen sind willkommen!
    Wussten Sie ...?

    Für Eßer & Hirschfeld ist Transparenz ein grundlegendes Arbeitsprinzip. Sie gehört zur Basis vertrauensvoller Zusammenarbeit. Die Beiträge im Blog sollen daher einen facettenreichen Blick hinter die Firmenkulissen bieten.

    Anlass für den Blog-Start war übrigens das Jahrhundert-hochwasser 2020. Es drohte die Firma zu ruinieren. Mit welcher Energie sie jedoch auf Kurs blieb – das sollte erzählt werden. Wie so vieles andere auch ...

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